[103] – Weniger Honorar dank Spargesetz – Wie Du jetzt Deine Praxis absicherst
Weniger Honorar dank Spargesetz – Wie Du jetzt Deine Praxis absicherst
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Die aktuellen Sparpläne aus dem Gesundheitsministerium sorgen gerade für ordentlich Unruhe im ambulanten Bereich.
Vor allem die geplanten Einschnitte bei extrabudgetären Vergütungen treffen viele Praxen ins Mark.
Und obwohl noch nichts final beschlossen ist, hat die KV Baden-Württemberg bereits vorgerechnet, was das Ganze kosten könnte: Rund 11 % weniger Honorar.
Respekt. Ich hätte auch gern so eine Glaskugel.
Aber Spaß beiseite: Was viele unterschätzen – diese 11 % weniger Umsatz bedeuten nicht 11 % weniger Gewinn.
Sondern im Zweifel reden wir dann von ein Drittel weniger Gewinn!
Das sind Größenordnungen, wo’s wirklich ernst wird!
Warum 11 % weniger Umsatz bis zu 30 % Gewinnverlust bedeuten
Und jetzt kommt der Punkt, der wirklich entscheidend ist: Wir diskutieren hier über mögliche Einschnitte – aber kaum jemand spricht darüber, was das für Sie ganz konkret bedeutet.
Denn am Ende geht es nicht um Prozente.
Es geht um Ihren Gewinn. Es geht um Ihre Liquidität.
Und es geht um die Stabilität Ihrer Praxis.
Und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen:
Praxen mit klarer Struktur können das abfedern. Und Praxen ohne Struktur bekommen ein echtes Problem.
Kosten senken in der Arztpraxis? Warum das keine Lösung ist
Die entscheidende Frage ist also: Wie können Sie das ausgleichen?
Und jetzt kommt der Reflex, den fast jeder hat: „Dann müssen wir eben Kosten sparen.“
Ganz ehrlich?
Das können Sie vergessen.
Wo wollen Sie denn bitte diese Größenordnung einsparen?
Beim Personal?
Wollen Sie Ihren Mitarbeitern jetzt weniger Geld zahlen? Oder jemanden entlassen?
Viel Spaß – dann haben Sie ein ganz anderes Problem.
Denn genau diese Mitarbeiter brauchen Sie, um Ihre Praxis überhaupt am Laufen zu halten.
Und wenn Sie da anfangen zu kürzen, passiert Folgendes: Die Belastung steigt, die Stimmung kippt und am Ende sinkt die Leistungsfähigkeit.
Das heißt: Sie sparen vielleicht kurzfristig Kosten, verlieren aber langfristig Umsatz.
Und das kann richtig teuer werden.
Fixkostenfalle: Warum Miete und Struktur kaum veränderbar sind
Die zweitgrößte Position sind die Raumkosten.
Wollen Sie vielleicht Ihren Vermieter bitten, die Miete zu reduzieren? Der lacht Sie aus.
Oder ziehen Sie in eine kleinere Praxis um? Völlig unrealistisch.
Und jetzt kommt der Denkfehler, den viele machen: „Irgendwo wird sich schon noch etwas einsparen lassen.“
Nein.
Die meisten Praxen sind heute bereits schlank aufgestellt. Es gibt kein großes Fettpolster mehr.
Und wenn Sie an den falschen Stellen sparen, machen Sie Ihre Situation sogar schlechter.
Privatpatienten erhöhen? Warum das oft nicht funktioniert
Deshalb ist die Wahrheit: Kosten sparen ist hier keine Lösung.
Sie brauchen zusätzliche Einnahmen.
Und dann kommt meistens die nächste Idee: „Dann erhöhen wir eben den Privatpatientenanteil.“
Klingt gut.
Aber Hand aufs Herz: Warum haben Sie das nicht schon längst gemacht?
Weil es nicht so einfach ist.
Das braucht:
- eine klare Strategie
- ein Konzept
- und Zeit.
Und genau die haben Sie jetzt nicht mehr.
PKV vs. GKV: Warum beide Systeme unsicher sind
Und jetzt kommt ein Punkt, den viele komplett falsch einschätzen:
Die PKV wirkt auf den ersten Blick wie eine bessere Welt, denn es locken höhere Honorare und weniger Einschränkungen.
Aber die Realität ist komplexer.
Denn auch die PKV steht unter Druck:
- steigende Kosten,
- teurere Behandlungen,
- längere Lebensdauer der Patienten.
Das heißt: Auch hier gibt es keine echte Planungssicherheit.
Wenn Sie glauben, dass Sie sich langfristig auf die PKV „retten“ können, dann ist das leider eine Illusion.
Selbstzahlerleistungen: Die unterschätzte Einnahmequelle für Arztpraxen
Glücklicherweise gibt es noch eine dritte, von vielen Praxisinhabern völlig unterschätzte Säule der Praxiseinnahmen: die Selbstzahlerleistungen.
Und der entscheidende Unterschied ist: Hier bestimmen Sie.
Sie entscheiden:
- welche Leistungen Sie anbieten
- wie Sie sie strukturieren
- und wie wirtschaftlich sie sind.
Das ist der einzige Bereich, in dem Sie wirklich unternehmerisch handeln können.
Warum sich viele Ärzte schwer mit Selbstzahlerleistungen tun
Warum nutzen das so wenige Praxen konsequent?
Weil sofort dieser Gedanke kommt: „Ich will doch nichts verkaufen.“
Und genau da liegt das Missverständnis.
Denn es geht nicht ums Verkaufen. Es geht darum, Ihrem Patienten die Möglichkeit zu geben, eine bessere Entscheidung für seine Gesundheit zu treffen.
Denn die Kassenleistung ist oft nur die Basis.
Und das wissen Ihre Patienten auch.
Was ihnen fehlt, ist:
- Orientierung,
- Klarheit
- und eine Empfehlung.
Praxisbeispiel: So funktionieren Selbstzahlerleistungen im Alltag
Ein Patient kommt zum Check-up. Sie machen alles, was die Kasse bezahlt.
Formal korrekt.
Aber Sie wissen genau: Das reicht medizinisch nicht aus.
Jetzt haben Sie zwei Möglichkeiten:
- Sie sagen nichts
- oder Sie erklären ihm, welche zusätzlichen Optionen es gibt.
Und genau das ist kein Verkauf.
Das ist Verantwortung.
Umsatzpotenzial: Bis zu 100.000 € pro Behandler möglich
Wenn eine Praxis beginnt, Selbstzahlerleistungen nicht nur punktuell, sondern systematisch einzusetzen, liegen wir – fachrichtungsübergreifend – bei: etwa 50.000 € pro Behandler im ersten Jahr, mit Entwicklung auf über 100.000 €.
Und das ist genau die Größenordnung, die Sie brauchen, um die Einschnitte auszugleichen.
Warum die Umsetzung in der Praxis oft scheitert
Diese Umsätze entstehen nicht zufällig. Sondern durch ein System:
- klare Angebote,
- strukturierte Abläufe
- und ein Team, das weiß, wie man das kommuniziert.
Und genau daran scheitern die meisten Praxen.
Nicht am Wollen – sondern an der Umsetzung.
Der entscheidende Hebel: Struktur statt Zufall
Welche Leistungen bieten Sie konkret an?
Wie integrieren Sie das in Ihren Praxisalltag?
Wie sprechen Sie mit Patienten darüber?
Ohne klare Struktur bleibt alles Stückwerk. Und ohne Struktur entsteht kein nachhaltiger Effekt.
Fazit: Mehr unternehmerische Kontrolle für Ihre Praxis
Die politischen Rahmenbedingungen werden Sie nicht ändern.
Das war in der Vergangenheit so – und das wird auch in Zukunft so bleiben.
Die einzige Frage ist: Bleiben Sie abhängig? Oder übernehmen Sie die Kontrolle?
Denn genau das ist der Unterschied zwischen einer Durchschnittspraxis und einer Effizienzpraxis.
Was Sie mitnehmen sollten:
Sie werden die Politik nicht ändern. Aber Sie können entscheiden, wie abhängig Sie davon sind.
Wer nur auf GKV und PKV setzt, gibt die Kontrolle ab.
Wer Selbstzahlerleistungen aufbaut, holt sie sich zurück.
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