[90] – Dazu habe ich keine Zeit – der Lieblingssatz überforderter Praxisinhaber
Dazu habe ich keine Zeit – der Lieblingssatz überforderter Praxisinhaber
Lesezeit ca. 6,5 Min.
Wenn ich jedes Mal einen Euro bekommen hätte, wenn mir ein Praxisinhaber sagt:
„Dazu habe ich keine Zeit“, dann würde ich diesen Blogbeitrag wahrscheinlich nicht mehr aus meinem Büro schreiben, sondern von einer schönen Segelyacht irgendwo im Mittelmeer.
Aber Spaß beiseite: Dieser Satz – „Dazu habe ich keine Zeit“ – fällt erschreckend oft.
Meist, wenn es um die wirklich wichtigen Themen geht: Mitarbeiterführung, Praxisentwicklung, Strategie, Digitalisierung.
Und genau da liegt das Problem.
Was Zeitmangel wirklich bedeutet
John D. Rockefeller hat mal gesagt: „Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten.“
Und ich würde das für die Arztpraxis so übersetzen: „Lieber eine Stunde über das Unternehmen Arztpraxis nachdenken, als eine Stunde im Alltagstrott darin zu arbeiten.“
Denn das Gefühl, keine Zeit zu haben, ist selten echt. Es ist meist nur ein Zeichen dafür, dass Deine Prioritäten noch nicht ganz da liegen, wo sie liegen sollten.
Wie Du das änderst, ohne noch mehr Stress, und noch längere Tage, genau darum geht’s in diesem Beitrag.
Wenn Dich das interessiert, dann solltest Du jetzt unbedingt weiterlesen.
Was steckt hinter dem Satz „Ich habe keine Zeit“?
Mal ehrlich: Wenn Du sagst „Dazu habe ich keine Zeit“, was meinst Du eigentlich damit?
Meist heißt es doch: „Ich habe keine Lust, mich damit zu beschäftigen.“
Oder: „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.“
Oder: „Ich hab Angst, dass ich merke, wie viel im Argen liegt.“
Der Unterschied zwischen beschäftigt und wirksam
Das Problem ist: Solange Du glaubst, keine Zeit zu haben, bleibst Du in der gleichen Tretmühle.
Du bist beschäftigt, aber nicht wirksam. Du arbeitest im Unternehmen, aber nicht am Unternehmen.
Und das ist der Unterschied zwischen einem Praxisinhaber und einem Unternehmer.
Inhaber vs. Unternehmer: Der entscheidende Perspektivwechsel
Der Inhaber denkt: „Wenn ich heute keine Patienten sehe, verdiene ich kein Geld.“
Der Unternehmer denkt: „Wenn ich heute keine Zeit habe, über mein Unternehmen nachzudenken, verliere ich morgen Geld.“
Das ist ein gewaltiger Unterschied, der langfristig darüber entscheidet, ob Deine Praxis wächst oder stagniert.
Ich kenne viele Praxisinhaber, die zehn, zwölf Stunden am Tag arbeiten und trotzdem permanent das Gefühl haben, nichts geschafft zu haben.
Nicht, weil sie faul wären. Sondern weil sie nie zur strategischen Arbeit kommen. Weil immer irgendwas „dringend“ ist.
Aber weißt Du, was das Gemeine ist? Das Dringende ist fast nie das Wichtige
Dringend ist nicht wichtig
Dringend ist, wenn das Labor anruft.
Wichtig ist, Dein Team so aufzustellen, dass Du nicht ständig gebraucht wirst.
Dringend ist, wenn der Server streikt.
Wichtig ist, eine Digitalstrategie zu haben, die Dir den Rücken freihält.
Dringend ist, wenn ein Mitarbeiter kündigt.
Wichtig ist, eine Führungskultur zu schaffen, die Mitarbeiter bindet.
Und genau da liegt der Knackpunkt: Zeit „haben“ ist keine Frage des Kalenders, sondern des Bewusstseins.
Zeitmanagement beginnt mit Kontrolle – nicht mit Planung
Wenn Du Deine Prioritäten nicht selbst setzt, tut es jemand anderes für Dich. Meistens der lauteste Mitarbeiter, der nervigste Patient oder der nächste IT-Ausfall.
Und deshalb ist die Frage nicht: „Wie kriege ich mehr Zeit?“
Sondern: „Wie kriege ich die Kontrolle über meine Zeit zurück?“
Und das beginnt mit einer klaren Entscheidung:Du nimmst Dir Zeit für die wichtigen Themen.
Punkt.
Nicht irgendwann, wenn’s ruhiger wird – denn das wird es nie. Sondern jetzt.
Ich weiß, das klingt unbequem. Aber Unternehmersein bedeutet nun mal, sich mit Dingen zu beschäftigen, für die im normalen Praxisalltag keiner Zeit hat. Das ist der Unterschied zwischen „selbstständig“ und „unternehmerisch“: Der Selbstständige arbeitet, bis der Kalender überquillt. Der Unternehmer arbeitet, bis die Praxis ohne ihn läuft. Und genau das ist das Ziel.
Warum Unterstützung oft der schnellste Weg ist
Wenn Du das Gefühl hast, Du kommst allein aus dieser Schleife nicht raus, weil es zu viele Themen gibt, zu viele Stellschrauben, zu wenig Überblick, dann kann ich Dir nur empfehlen: Hol Dir Unterstützung.
In unserem Mentoringprogramm schauen wir uns genau das an:
- Wie Du Deinen Alltag so strukturierst, dass Du wieder Gestalter wirst und nicht Getriebener.
- Wie Du Unternehmerzeit planst.
- Wie Du Verantwortung abgibst.
- Und wie Du Dich auf die Themen konzentrierst, die Deine Praxis wirklich nach vorne bringen.
Wenn Dich das interessiert, schick mir einfach eine Mail.
O.k., zurück zum Thema:
Fazit: „Keine Zeit“ ist ein Warnsignal – kein Zustand
Was können wir festhalten?
„Keine Zeit“ ist keine Ausrede. Es ist ein Warnsignal.
Ein Zeichen dafür, dass Du gerade nicht über Dein Unternehmen, sondern nur in Deinem Unternehmen nachdenkst.
Und das kannst nur Du ändern.
Es braucht keine neuen To-do-Listen und keine noch perfektere Praxissoftware: Es braucht eine Entscheidung!
Die Entscheidung, dass Du Unternehmer bist – nicht Feuerwehrmann. Denn wenn Du dauerhaft nur Brände löschst, hast Du irgendwann kein Holz mehr, das brennen könnte.
Unternehmerzeit ist kein Luxus – sondern Pflicht
Nimm Dir also regelmäßig Zeit (am besten jede Woche) um an Deinem Unternehmen Arztpraxis zu arbeiten.
Setz Dich hin, mach Dir einen Kaffee, schließ die Tür, und frag Dich: „Was bringt meine Praxis wirklich weiter?“
Und dann fang an, genau das zu tun.
Ich verspreche Dir: Wenn Du das durchziehst, wirst Du plötzlich merken: Du hast Zeit.
Nicht, weil der Tag länger wird, sondern weil Du ihn endlich selbst gestaltest. Und das ist der Moment, in dem Du vom Praxisinhaber zum Unternehmer wirst
Solltest Du Fragen zu einzelnen Punkten in diesem Blogbeitrag haben oder Dir Unterstützung bei der Umsetzung wünschen, schicke mir einfach eine E-Mail an w.apel@medikom.org. Wir können dann einen Termin für ein unverbindliches und selbstverständlich kostenloses Erstgespräch ausmachen und dabei besprechen, wie wir Dich am besten unterstützen können.
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